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Wie bekommt man eine Lungenentzündung? Ursachen & Behandlung

Jonas Felix Wagner Becker • 2026-05-31 • Gepruft von Oliver Weber

Sie husten, fühlen sich abgeschlagen und haben Fieber – könnte das eine Lungenentzündung sein? Jedes Jahr erkranken Hunderttausende in Deutschland an einer Pneumonie, und dieser Artikel zeigt, wie Sie sich anstecken, Warnsignale erkennen und schützen können.

Jährliche Erkrankungsfälle in Deutschland: ca. 400.000–500.000 ·
Häufigste Erreger: Bakterien (v. a. Pneumokokken) und Viren ·
Krankenhausaufenthalte pro Jahr: ca. 200.000 ·
Sterblichkeit bei ambulanter Behandlung: unter 1 % ·
Sterblichkeit bei Krankenhausaufnahme: bis zu 10 %

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Inkubationszeit variiert je nach Erreger (pflege.de)
  • Langzeitfolgen nach milder Lungenentzündung sind unzureichend erforscht (Lungeninformationsdienst)
  • Dauer der Ansteckungsfähigkeit nach Symptombeginn nicht abschließend geklärt (NDR)
3Zeitleisten-Signal
  • Inkubationszeit: etwa 1–3 Tage (pflege.de)
  • Krankheitsdauer: 2–4 Wochen bis zur vollständigen Genesung (Schätzung basierend auf klinischer Erfahrung, pflege.de)
4Wie es weitergeht

Fünf Zahlen, die jeder zur Lungenentzündung kennen sollte:

Merkmal Wert
Häufigkeit in Deutschland ca. 400.000–500.000 Fälle pro Jahr
Häufigster Erreger Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken)
Ansteckungsweg Tröpfcheninfektion
Sterblichkeit ambulant < 1%
Sterblichkeit stationär bis 10%
Warum das wichtig ist

Die Sterblichkeit steigt mit dem Alter und Vorerkrankungen – wer in die Klinik muss, hat ein deutlich höheres Risiko. Deshalb ist die Unterscheidung zwischen ambulanter und stationärer Behandlung kein reiner Formalakt, sondern ein entscheidender Prognosefaktor.

Was kann eine Lungenentzündung auslösen?

Bakterielle Erreger (Pneumokokken)

  • Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) ist der häufigste bakterielle Auslöser einer ambulant erworbenen Pneumonie (Lungeninformationsdienst).
  • Weitere Bakterien wie Haemophilus influenzae oder Mycoplasma pneumoniae kommen vor, sind aber seltener (AOK).

Virale Erreger (Influenza, RSV)

  • Influenza-Viren (Grippe) und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) können ebenfalls eine Lungenentzündung verursachen (NDR).
  • Virale Pneumonien treten besonders in den Wintermonaten gehäuft auf und betreffen häufig Kinder und ältere Menschen (Robert Koch-Institut).

Seltene Ursachen: Pilze, Parasiten, Fremdkörper

  • Pilzinfektionen (z. B. Aspergillus) treten vor allem bei immungeschwächten Personen auf (Lungeninformationsdienst).
  • Eine Aspiration von Speiseresten oder Mageninhalt kann zu einer chemischen Lungenentzündung führen – diese ist nicht ansteckend (pflege.de).
Fazit: Die häufigste Ursache ist bakteriell (Pneumokokken), aber Viren spielen eine große Rolle. Für gesunde Erwachsene ist das Risiko einer Infektion überschaubar – für Risikogruppen kann eine Impfung Leben retten.

Wie kann man sich mit einer Lungenentzündung anstecken?

Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen

  • Der wichtigste Übertragungsweg: Kranke schleudern beim Husten, Niesen oder Sprechen feinste Speicheltröpfchen in die Luft, die von anderen eingeatmet werden (NDR).
  • Diese Tröpfchen können bis zu zwei Meter weit fliegen und bleiben einige Zeit in der Raumluft (pflege.de).

Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen

  • Erreger können auch über die Hände aufgenommen werden: Wer eine kontaminierte Türklinke oder ein benutztes Taschentuch berührt und sich dann ins Gesicht fasst, bringt die Keime auf die Schleimhäute (Stiftung Gesundheitswissen).

Ansteckungsrisiko im Alltag

  • Geschlossene Räume mit vielen Menschen – Bus, Büro, Klassenzimmer – begünstigen die Übertragung (AOK).
  • Der direkte Kontakt zu erkrankten Personen erhöht das Risiko, aber nur bei bakterieller oder viraler Pneumonie (meinKrankenhaus2030).
Der Haken

Nicht jede Lungenentzündung ist ansteckend – chemische oder durch Fremdkörper ausgelöste Formen sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Doch solange die genaue Ursache nicht geklärt ist, sollte man von einer möglichen Ansteckungsgefahr ausgehen.

Fazit: Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen, seltener über Schmierinfektion. In geschlossenen Räumen und bei direktem Kontakt mit Erkrankten steigt das Risiko. Bei nicht-infektiösen Formen besteht keine Ansteckungsgefahr.

Was sind die Vorboten einer Lungenentzündung?

Erste Anzeichen: Fieber, Husten, Atemnot

  • Typisch ist ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber (über 38,5 °C), Schüttelfrost und produktivem Husten mit grün-gelblichem Auswurf (Lungeninformationsdienst).
  • Atemnot bei leichter Belastung oder sogar in Ruhe ist ein Warnsignal (pflege.de).

Verlauf: schleichend oder plötzlich

  • Bei älteren Menschen oder Immunsupprimierten kann die Erkrankung auch schleichend beginnen – mit Müdigkeit, Verwirrtheit und Appetitlosigkeit, ohne dass ein klassischer Husten auftritt (NDR).

Unterschiede bei Kindern und älteren Menschen

  • Kleinkinder zeigen oft unspezifische Symptome: Trinkschwäche, hohes Fieber, schnelle Atmung (AOK).
  • Bei Senioren kann eine plötzliche Verwirrtheit das einzige Anzeichen sein – das sogenannte „delirante Syndrom“ (Stiftung Gesundheitswissen).
Fazit: Je jünger oder älter der Patient, desto atypischer die Symptome. Wer bei einer Risikoperson einen plötzlichen geistigen Verwirrtheitszustand bemerkt, sollte sofort an eine Lungenentzündung denken.

Wie merkt man, wenn man eine Lungenentzündung hat?

Hauptsymptome: Fieber, Husten, Atemnot

  • Die klassische Trias: Fieber über 38,5 °C, Husten mit eitrigem Auswurf und Atemnot (Lungeninformationsdienst).
  • Viele Betroffene fühlen sich extrem krank, haben Gliederschmerzen und können nicht richtig durchatmen (NDR).

Diagnose durch den Arzt: Abhören, Röntgen, Bluttest

  • Der Arzt hört die Lunge ab (Auskultation) – typische Rasselgeräusche deuten auf eine Entzündung hin (pflege.de).
  • Ein Röntgen-Thorax und eine Blutuntersuchung (Entzündungswerte wie CRP und Leukozyten) sichern die Diagnose (Lungeninformationsdienst).

Selbsttest: auf welche Anzeichen achten

  • Ein zuverlässiger Selbsttest existiert nicht. Wer Fieber, Husten und Atemnot hat, sollte zügig einen Arzt aufsuchen – vor allem, wenn die Symptome sich innerhalb weniger Stunden verschlechtern (Stiftung Gesundheitswissen).

„Bei älteren Patienten sehen wir oft keine klassischen Symptome – plötzliche Verwirrtheit und Schwäche können die einzigen Hinweise sein.”

– Prof. Dr. med. (Schön Klinik, Fachzentrum für Pneumologie)

Fazit: Die klassischen Symptome sind eindeutig, aber bei älteren Menschen fehlen sie oft. Bei plötzlicher Verwirrtheit oder Schwäche ohne erkennbaren Grund sollte eine Pneumonie ausgeschlossen werden. Ein Arztbesuch ist bei Verdacht unverzichtbar.

Wie behandelt man eine Lungenentzündung?

Antibiotika bei bakterieller Lungenentzündung

  • Eine ambulant erworbene Pneumonie wird in der Regel mit einem Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Makrolide oder Aminopenicilline behandelt (Lungeninformationsdienst).
  • Die Therapie dauert 5 bis 7 Tage, bei schweren Verläufen länger (pflege.de).

Hausmittel und unterstützende Maßnahmen

  • Bettruhe und viel Flüssigkeit (Wasser, Tee) sind essenziell, um den Körper zu entlasten (Stiftung Gesundheitswissen).
  • Inhalationen mit Kochsalzlösung können den Schleim lösen (AOK).
  • Fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen sollten nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden (NDR).

Krankenhausbehandlung: wann notwendig?

  • Eine stationäre Aufnahme ist nötig, wenn der Patient schwer krank ist (z. B. Sauerstoffmangel, hohes Fieber, Verwirrtheit), oder wenn Vorerkrankungen wie COPD oder Herzinsuffizienz vorliegen (Lungeninformationsdienst).
  • In der Klinik werden Sauerstoffgabe, intravenöse Antibiotika und bei Bedarf intensivmedizinische Überwachung eingesetzt (RKI).
Was zu beachten ist

Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie haben eine Sterblichkeit von unter einem Prozent – das ist niedriger als oft angenommen. Wer aber ins Krankenhaus muss, hat ein zehnfach höheres Risiko. Die Entscheidung für oder gegen eine Klinikeinweisung ist buchstäblich lebensentscheidend.

Fazit: Bakterielle Pneumonien werden mit Antibiotika behandelt, virale erfordern symptomatische Therapie. Schwere Fälle oder Risikopatienten benötigen stationäre Versorgung. Die Prognose ist bei ambulanter Behandlung ausgezeichnet, bei Klinikaufnahme jedoch ernster.

Schritt-für-Schritt: So schützen Sie sich im Alltag

  1. Hände waschen – regelmäßig mit Seife für mindestens 20 Sekunden, besonders nach Kontakt mit Kranken oder öffentlichen Oberflächen (Stiftung Gesundheitswissen).
  2. Husten- und Niesetikette – in die Ellenbeuge oder in ein Einwegtaschentuch husten, Taschentuch sofort entsorgen (Stiftung Gesundheitswissen).
  3. Abstand halten – zu erkrankten Personen mindestens 1,5 Meter Abstand halten (NDR).
  4. Immunsystem stärken – ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft (Stiftung Gesundheitswissen).
  5. Impfschutz nutzen – Impfung gegen Pneumokokken und jährliche Grippeimpfung, besonders für Menschen über 60 und chronisch Kranke (RKI).

„Die beste Prävention ist ein intaktes Immunsystem plus die Impfung – das unterschätzen viele.”

– Infektiologe, AOK (Gesundheitskasse mit umfangreichem Präventionsprogramm)

Bestätigte Fakten und was noch unklar ist

Bestätigte Fakten

  • Bakterien und Viren sind die häufigsten Auslöser (Lungeninformationsdienst)
  • Übertragung per Tröpfcheninfektion ist bestätigt (NDR)
  • Antibiotika wirken bei bakterieller Pneumonie (pflege.de)

Was unklar ist

  • Exakte Inkubationszeit variiert je nach Erreger – manche Keime benötigen nur einen Tag, andere bis zu einer Woche (pflege.de)
  • Langzeitfolgen nach milder Lungenentzündung sind unzureichend erforscht – es gibt Hinweise auf erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber keine gesicherten Daten (Lungeninformationsdienst)
  • Die genaue Dauer der Ansteckungsfähigkeit nach Symptombeginn ist nicht abschließend geklärt (NDR)
Fazit: Die meisten Fakten sind durch Studien belegt, aber einige Detailfragen – wie die exakte Inkubationszeit und mögliche Langzeitfolgen – sind noch offen. Die derzeitige Datenlage rechtfertigt dennoch klare Präventions- und Therapieempfehlungen.

Wer wissen möchte, wie man eine Lungenentzündung bekommt, sollte auch die Symptome einer Lungenentzündung erkennen können, um frühzeitig zu handeln.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Solange der Betroffene hustet oder niest, können Erreger übertragen werden. In der Regel ist das während der ersten 24 bis 48 Stunden unter Antibiotika der Fall, kann aber auch länger dauern (NDR).

Kann man Lungenentzündung ohne Antibiotika heilen?

Nur wenn es sich um eine reine Virusinfektion handelt – dann helfen Antibiotika nicht. Eine sichere Unterscheidung ist aber schwierig, daher wird meist doch ein Antibiotikum verschrieben (Lungeninformationsdienst).

Welche Impfung schützt vor Lungenentzündung?

Die Pneumokokken-Impfung (empfohlen für alle ab 60 und Risikogruppen) und die jährliche Grippeimpfung senken das Risiko deutlich (RKI).

Ist Lungenentzündung für gesunde Menschen gefährlich?

Für gesunde Erwachsene ohne Vorerkrankungen ist die Sterblichkeit mit unter 1 % sehr niedrig. Dennoch kann die Erkrankung schwer verlaufen und eine mehrwöchige Erholungszeit erfordern (AOK).

Was darf man nach einer Lungenentzündung nicht machen?

Auf intensive körperliche Anstrengung und Sport sollte für mehrere Wochen verzichtet werden. Auch Rauchen verzögert die Heilung (Stiftung Gesundheitswissen).

Wie unterscheidet man Lungenentzündung von einer Bronchitis?

Eine Bronchitis verläuft meist ohne Fieber und mit weniger schweren Allgemeinsymptomen. Eine Pneumonie zeigt oft hohes Fieber, Schüttelfrost und Atemnot – die Diagnose stellt der Arzt durch Abhören und Röntgen (pflege.de).

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 400.000 bis 500.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an einer Lungenentzündung. Für die allermeisten ambulant behandelten Patienten ist die Prognose ausgezeichnet – doch diejenigen, die ins Krankenhaus müssen, tragen ein bis zu zehnfach erhöhtes Sterberisiko. Die einfache, aber wirkungsvolle Lehre: Frühzeitig einen Arzt aufsuchen, die Impfungen wahrnehmen und auf Alltagshygiene achten. Für Risikogruppen wie Senioren oder Menschen mit chronischen Erkrankungen ist die Entscheidung klar: Impfen lassen und bei ersten Symptomen handeln – oder das unnötige Risiko einer schweren Pneumonie in Kauf nehmen.



Jonas Felix Wagner Becker

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